Box Nacht in Kesselstadt

Ein weiterer Erfolg für die SG Nied bei der Kesselstädter Box Nacht   

                   

Diesmal war die Anfahrt für uns Nieder nicht so lang, es ging nach Hanau – Kesselstadt.
Für uns stiegen 2 von ursprünglich 5 gemeldeten Kämpfern in den Ring, zwei Kämpfe kamen wegen Krankheit nicht zu Stande und bei einem sagte der Gegner kurzfristig ab.
Blieben übrig der Debütant Sammy Ngundu und Soufian Douzi.
Für Sammy der schon mal 2 Kickboxkämpfe bestritten hatte, war es sein Debut im Boxring. Es wurde in der Gewichtsklasse des Weltergewichts ergo bis 69kg geboxt. Sein Gegner Eugen Ostaschev von BV Fulda hatte schon 7 Kämpfe absolviert, von denen er die meisten gewinnen konnte. Das schreckte unseren Sammy allerdings nicht ab. Der gebürtige Kenianer gab sich selbstbewusst und stieg siegessicher in den Ring. Dann hieß es auch schon mit dem Gongschlag Ring frei Runde Eins. Sammy ging die Runde etwas vorsichtig an beschnuppert erstmal seinen Gegner und setzte dann eine flinke Kombination, die für Ostaschev ziemlich überraschend kam und er schon mal 2 Treffer einstecken musste. Im laufe der Runde setzte Sammy Ngundu noch mal nach und landete weitere Treffer. Zur Ringpause gab es dann vom Trainerteam die ein oder andere Instruktion und so ging es in die Zweite Runde. Für Sammy war die erste Runde nur zum warm machen da. Leichtfüßig bewegte sich Sammy durch den Ring und spielte mit Ostaschev Katz und Maus. Er lud ihn zu Schlägen ein, die dann irgendwo in die Luft verpufften, weil Sammy, auf einmal ganz wo anders stand und dann schlug er zu. So sicherte er sich auch Runde zwei. Dann kam die dritte Runde und jetzt drehte Ngundu erstmal richtig auf. Gleich von Anfang an bearbeitete er Ostaschev mit Treffern und man meinte Sammy tanze Tango im Ring. Dieser Stil zu boxen erinnerte so im weitesten ein wenig an Muhammed Ali. Sammy ständig in Bewegung im Karree der Seile, bot dem Fuldaer Ostaschev einfach kein Ziel mehr. Er traf ihn aber selbst wie er wollte. Sichtlich erleichtert war der Fuldaer wohl, als der Gong zum Ende der dritten Runde kam. Der Kampf wurde so gleich vom Publikum mit tosendem Beifall belohnt. Dann das Urteil der Kampfrichter, einstimmiger Punktsieger ist der Kämpfer aus der Blauen Ecke von der Sportgemeinschaft 1877 Frankfurt- Nied Sammy Ngundu.
Den Zweiten Kampf für uns bestritt im Schwergewicht in der Gewichtsklasse bis 91 KG der Männer Soufian Douzi. Der war nach seiner letzten unglücklichen Niederlage hochmotiviert und wollte endlich mal wieder ein Sieg heimfahren. Sein Gegner Leotrim Smakiqi aus Speyer hatte auch schon 15 Kämpfe in seiner Bilanz zu verzeichnen.
Soufian legte gleich von beginn der ersten Runde los und konnte einige harte Treffer landen. Leotrim Smakiqi setzte da aber auch dagegen wobei es allerdings nicht reichte und Douzi die erste Runde für sich entscheiden konnte. In Runde zwei ging es dann schon etwas heiß her, beide deckten sich gegenseitig mit Treffern zu Kopf und Körper ein, wobei Soufian eigentlich technisch besser sogar noch ausweichen und verteidigen konnte. Nur wurde der Kampf zunehmend aber auch etwas unsauber. Der Ringrichter hatte alle mühe die beiden zu einer sauberen Kampfführung anzuhalten. Soufian meckerte mal wieder ein wenig und kassierte dafür auch richtigerweise eine Verwarnung. Dann ging es weiter und nach einem Stopp Kommando schlug der Speyerer Smakiqi nach. Auch dies ließ der Ringrichter nicht durchgehen und verwarnte Smakiqi diesmal. So stand es zumindest 1:1 nach Verwarnungen und die Runde war noch nicht zu Ende. Es kam zu einem weiteren Schlagabtausch, der mit einem Clinch endete und das hatte folgen, Douzi scheint wohl wirklich das Pech am Bein zu kleben. Da kam es irgendwie zu einem Kopfstoß seitens des Speyerers, bei der sich Douzi eine extreme Prellung am Jochbein zog und Smakiqi einen Cut am Auge. Kurz darauf kam das Rundenende. Im Endeffekt konnte man die Runde vielleicht unentschieden werden, oder sogar dem ein oder anderen einen leichten Vorteil geben. Mit ziemlichen Schmerzen ging Douzi dann in Runde drei, es kam nochmals zu einem Schlagabtausch und da schien der Speyerer wohl zähere von beiden gewesen zu sein. Smakiqi ging der Cut am Auge zwar nochmal auf , die Blutung konnte aber gestoppt werden. Die Ringärztin schaute sich das alles nochmal an und irgendwie hieß es dann RSC (Referee Stopp Contest), also Ende des Kampfes. Smakiqi protestierte lautstark wieso und warum, er gebe nicht auf und signalisierte das er weiterkämpfen wolle. Zumindest war die Situation ziemlich verworren und keiner blickte da mehr so richtig durch, da Soufian sich schon in seiner Ecke befand und auch nicht in die neutrale Ecke komplimentiert wurde. Es blieb für uns, immer noch die Aussage RSC maßgebend. Es wurde auch keine der bekannten Kampfregeln wie Time Out oder das Anzählen angewendet, was Soufian darauf aufmerksam gemacht hätte sich in die neutrale Ecke zu begeben. In dessen hatte Soufian sich aber schon in der Blauen Ecke auf Grund der Ansage RSC die Handschuhe ausgezogen, da bekam auf einmal auf göttliche Art und Weise der Speyerer noch den Sieg zugesprochen. Auf einen Protest haben die Trainer dann aber verzichtet, weil der auch noch finanziell zu Buche geschlagen wäre. Das war die Sache nun auch nicht wert.
Als Bilanz könnte man sagen, unser war der technisch versiertere Kämpfer, aber irgendwie scheint er wohl noch immer vom Pech verfolgt zu sein. Warten wir es ab es wird seine Zeit noch kommen.